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Unsere archivierten Meldungen aus der Rubrik Aktuelles.
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Unser Schadow!

So nennt das Stadtmuseum Berlin seine aktuelle Ausstellung im Ephraim-Palais anlässlich des 250. Geburtstags von Johann Gottfried Schadow.

Bis zum 29. Juni 2014, Poststraße 16, 10178 Berlin, Di-So 10-18 Uhr, Mi 12-20 Uhr.

Vielen Menschen ist Schadow als Bildhauer des Klassizismus bekannt. Sein bekanntestes Werk ist die Prinzessinnengruppe Luise und Friederike von Preußen. Der erste Blick des Besuchers fällt auf einen Lorbeerkranz mit eingravierten Namen seiner Hauptwerke, denn „Schadow war schon zu Lebzeiten ein Held und hat sich selbst vergesellschaftet." (Kuratorin Dr. Claudia Czok in der Pressevorbesichtigung am 27.2. 2014).

Doch wer kennt den Künstler hinter seinen Werken? Aus seinen reichen Beständen präsentiert das Stadtmuseum erstmals Zeichnungen von Schadow und wagt es, ihn in neuem Licht zu zeigen: Als Freimaurer und als Familienvater, als Schachspieler und als Kunstlehrer.

Rund um einen Pferdekopf, dem einzigen verbliebenen Originalteil der von Schadow geschaffenen Quadriga auf dem Berliner Brandenburger Tor, wird deren bewegte Geschichte als Napoleons Kriegsbeute gezeigt, mit Hilfe von zeitgenössischen Karikaturen.

Exponate der mit veranstaltenden Schadow Gesellschaft Berlin e.V. und künstlerische Werke des Schadow-Verehrers Johannes Grützke bereichern die Ausstellung und erlauben frische Blickwinkel auf Schadow.

Im Museumslabor des Ephraim-Palais wird parallel eine künstlerische Schülerausstellung des Schadow-Gymnasiums gezeigt.
Jeden Sonntag gibt es um 15 Uhr öffentliche Führungen durch die Ausstellung.

Im Begleitprogramm finden sich weitere thematisch unterschiedliche Führungen, Vorträge, eine Tagung und eine Lesung. Für die lange Nacht der Museen am 17.5. ist ein kulinarisches Angebot á la Schadow geplant.

Details rund um die Ausstellung siehe unter www.stadtmuseum.de


Bitte beachten Sie auch unsere Veranstaltung im Verein für die Geschichte Berlins e.V. „Schadow in Stettin" am 7. Mai 2014.
Autorin: Fr. Prapavat für die Internetredaktion des Vereins für die Geschichte Berlins e.V. im März 2014

Aktuelles

Ausstellung im Märkischen Museum
Von Reovadi Prapavat

„Verlust" lautet das neue Thema in der Reihe „BlickWechsel", welches das Märkische Museum seit Jahresanfang anbietet.
Zehn Objekte der ständigen Ausstellungen werden diesmal ins Visier genommen. Anhand eines zusätzlichen Büchleins wird der Museumsbesucher angeregt, die mit dem „BlickWechsel"-Symbol markierten Vitrinen, die eine Paarung mit den Objekten eingehen, zu entdecken und sich näher damit zu beschäftigen.

Auf den Verlust, der durch die nationalsozialistische Herrschaft entstand, wird hier hingewiesen: Mal wird an bekannte Persönlichkeiten, wie den Komponisten Giacomo Meyerbeer anhand alter Spielpläne erinnert, mal wird an weniger bekannte, wie den Designer Tommi Parzinger anhand alter Presseartikel aufmerksam gemacht, um zwei Stationen beispielhaft herauszugreifen. Auch aktuelle künstlerische Ideen werden zur Gegenüberstellung verwendet.

Eine kleine, feinsinnige Ausstellung im Rahmen des Berliner Themenjahrs „Zerstörte Vielfalt".

Zu entdecken im Märkischen Museum bis zum 19. Januar 2014


Ausstellungen im Ephraim-Palais
Von Reovadi Prapavat


Geraubte Mitte
Wem gehörte vor 1933 die Mitte Berlins? Dieser Frage geht die aktuelle Ausstellung „Geraubte Mitte" nach. Über 200 Grundstücke gehörten nachweislich jüdischen Eigentümern. In den ausgestellten, großflächigen Luftaufnahmen sind diese Objekte rot markiert. Erläuternde Textpassagen können dank nummerierter Pinnnadeln vom Besucher gut zugeordnet werden. Lesbare Bordüren unterhalb der Decke führen chronologisch einzelne Verordnungen auf und machen deutlich, wie systematisch und unmenschlich das jüdisches Leben eingeschränkt wurde. Fünf der betroffenen Eigentümerfamilien werden anschaulich mit Alltagsgegenständen porträtiert und erlauben dem Besucher in die damalige Zeit einzutauchen und die Einzelschicksale nachzufühlen.


Bild dir dein Volk!
Wer war Axel Springer tatsächlich? Axel Springer setzte sich Zeit seines Lebens für die Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen ein. Dies kann der Besucher nicht nur anhand der ausgestellten Fotografien, Textpassagen und Titelblätter entdecken: In Filminterviews kommen Angestellte, Wegbegleiter und Kritiker zu Wort. Die vielschichtige Persönlichkeit Axel Springers lässt sich entdecken – und auch seine Beweggründe für sein Handeln.


Lieder ohne Worte
Die Ölgemälde der Künstlerin Barbara Loftus beschreiben die Erinnerungsbilder ihrer Mutter, die damals als Kind miterleben musste, wie Wertgegenstände und Hausrat der Familie beschlagnahmt wurden. Das Hauptgemälde zeigt die Familienidylle mit der Großmutter am Klavier Mendelssohns „Lieder ohne Worte" spielend. Die anderen Bilder dokumentieren in Ausschnitten einzelne Vorgänge der Beschlagnahmung, z.B. Öffnen der Vitrine, Entnahme der Porzellanfigur, Abtransport des Klaviers über das Treppenhaus. In einem Film verknüpft Barbara Loftus das Sehen dieser Gemälde mit dem Hören der Erzählstimme ihrer Mutter. Die Ohnmacht und Ratlosigkeit des kleinen Mädchens von damals ist spürbar, wenn sie sagt: „It was the law!" (es war Gesetz). Der Besucher erkennt die kaltblütige Willkür der Nationalsozialisten und sieht sich in der Verantwortung, es heute nicht wieder soweit kommen zu lassen.


Die drei Ausstellungen sind im Ephraim-Palais des Stadtmuseum Berlin bis zum 19. Januar 2014 zu besichtigen.

Persönlichkeiten

Franz Heinrich Ollendorff - Wegen seiner jüdischen Herkunft 1933 von der TH Berlin vertrieben, ging der Grundlagenforscher, Ingenieur und Hochschullehrer Franz Heinrich Ollendorff 1937 endgültig nach Palästina. Er lehrte am Technion in Haifa und starb dort 1981 - vor 25 Jahren. Im Juli 1960 würdigte ihn die TU Berlin mit dem Ehrendoktortitel. Trotz Erfahrung mit Diskriminierung und Verfolgung blieb Franz Heinrich Ollendorff seiner alten Heimatstadt durch eine Herzensliebe verbunden und setzte sich
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Berlin ABC

Dorfkirche Tegel - Das Dorf Tegel ist - so darf man annehmen - zu Beginn des 13. Jahrhunderts als ein Kirchdorf mit selbständiger Mutterkirche gegründet worden. Die Geschichte dieser kleinen Dorfkirche liegt für Jahrhunderte im Dunkeln. Erst aus dem Jahre 1714 erfahren wir etwas Näheres: "Die Kirche ist sehr gering, klein und von Holz erbaute mit einer schlechten Lehmwand, hat zwar zwi Glocken, welche mit unterschiedlichen Marien-Bildern und anderen dergleichen gezieret sind, ist aber fast nicht zu erkennen, was es sein soll"
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