19.05.2020
Dr. Kurt Wernicke
Als am Bahnhof Friedrichshagen zum Kampf um die Schöneicher Straße eine Flak-Batterie aufgefahren war, die die Verwandlung der Straße in ein Gefechtsfeld erahnen ließ, siedelte ich mit meiner Familie am 21. April 1945 in das Ortsinnere Friedrichshagens um. Unterschlupf wurde in der Wilhelmstr. (heute Peter-Hille-Str.) 67 bei Freunden gefunden. Von dort her erkundete ich am Vormittag des 22. April die Lage in der Schöneicher Straße und fand die zur Panzerabwehr am Bahnhof stationierte Flak-Batterie gegen 10.00 Uhr in Abbau und Abmarsch begriffen. In die Wilhelmstraße zurückgekehrt, um die Botschaft zu überbringen, geriet ich in die Menschentraube, die in der nahe gelegenen Turnhalle des König-Friedrich-Gymnasiums ein dort untergebrachtes Depot mit Unterwäsche und Küchengerätschaften plünderte.

Berlin, 05.05.2020
Trotz des derzeit deutlich eingeschränkten gesellschaftlichen Lebens hat sich der Vorstand des Vereins für die Geschichte Berlins e.V., kurz VfdGB, darauf geeinigt, seine erfolgreiche Kulturarbeit zur Erforschung der Stadtgeschichte weiterzuführen. Selbstverständlich unter strikter Einhaltung behördlich verordneter Maßnahmen. Insofern mussten wir sämtliche Veranstaltungen bis auf Weiteres absagen.

Wir möchten das Vereinsleben jedoch auch in dieser schwierigen Phase aktiv gestalten. Deshalb rufen wir alle unsere Mitglieder zu einer interessanten Mitmachaktion auf: Bitte schildern Sie uns, wie Sie persönlich die Berliner Geschichte in früheren Zeiten erlebt haben oder Ihnen von den Erzählungen Ihrer Eltern und Großeltern bekannt wurde. Ihre Beiträge werden wir im Blog auf der Website des VfdGB veröffentlichen. Geplant ist zudem, ausgewählte Geschichten in den „Mitteilungen“ zu publizieren. Ermuntern Sie bitte auch Ihre Freunde und Bekannten zum Mitmachen.

15.05.2020
Antwort von unserem Vorsitzenden Dr. Manfred Uhlitz auf einen Beitrag in der Zeit: NS-Architektur: Weg mit diesen Skulpturen! Nach dem Erstarken der Rechtsextremen blicken wir anders auf das architektonische Erbe der Hitler-Zeit. An Orten wie dem Berliner Olympiagelände lebt die NS-Propaganda fort. Das kann so nicht bleiben. Ein Appell von Peter Strieder Der Artikel stammt aus der Zeit vom 13. Mai 2020 (Der Artikel ist online nur hinter einer Paywal verfügbar).
Siehe dazu auch: Skulpturen im Olympia-Gelände - Modelle, Fotografien, Dokumente

Zum Thema: Noch immer ist der Nationalsozialismus mit unserem Leben verkettet, so dass es Anstrengungen bedarf, sich aus dieser Verstrickung zu lösen. Eine nun leider abgebaute hervorragende Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in der Maifeldtribüne zu Füßen des Glockenturms mit seinem beeindruckenden Überblick nicht nur über die Gesamtanlage, sondern auch auf Berlins City, Wälder und Seen, zeigte die Verflechtung von Sport, Politik und Krieg, die durch die Langemarckhalle auf dem Sportgelände noch immer räumlich erfahrbar ist. Mit der nun eingelagerten Ausstellung war das seit 1966 unter Denkmalschutz stehende Reichssportfeld in den historischen Zusammenhang eingeordnet. Vergleichbare Ausstellungen gibt es in Nürnberg und Berchtesgaden. Der Abbau der Berliner Ausstellung ist fatal.

24.02.2020Wissenschaftspreis
Vorstellung der Preisträger

Im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfangs des Vereins für die Geschichte Berlins e.V., gegr. 1865 (VfdGB), wurde am 23. Januar 2020 im Festsaal des Roten Rathauses, der Wissenschaftspreis 2019 verliehen. Die Übergabe der Urkunden nahm Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung des Berliner Senats, vor.

Der Vorstand freute sich, nunmehr die beiden Preisträger des mit insgesamt 4.000 Euro ausgelobten zweiten Wissenschaftspreises zu präsentieren:

13.01.2020
Uns erreichte nachfolgende Mail von Dr. Manfred Bossow die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten:
Ich möchte Ihnen kurz das Fernstudium „Historische Stadt“ vorstellen und Sie zu einem Seminar einladen, das an dem Wochenende 20.-22.03.2020 in Berlin stattfindet. Der Bezug dafür, mich an Sie zu wenden, ergibt sich nicht nur aus dem Themenfeld, das sowohl von Ihrem altehrwürdigen Verein, als auch von unserem (seit 10 Jahren durchgeführten) weiterbildenden Angebot „beackert“ wird, sondern auch aus dem Umstand, dass sich Ihr Vorstandsmitglied Jörg Kluge auch in diesem Fernstudium engagiert. Zusammen mit Herrn Kluge, der wertvolle Vorschläge machte und Absprachen getroffen hat, entstand das beigefügte kompakte Programm. Es versucht dem im nächsten Jahr aktuellen Thema „Groß-Berlin“ zu entsprechen und ist besonders zeitgeschichtlich, sowie politik- und verwaltungswissenschaftlich orientiert.