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Antwort: Evakuierungen im 2. WK aus Berlin

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Max. Anzeige der letzten 6 Beiträge - (Letzter Beitrag zuerst)
19 Aug 2021 16:08 #1482070865

Anonymus

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Hallo Christian
die Suche dürfte vergeblich sein. Sofern überhaupt noch die Evakuierten Anfang 1945 bei den Bezirksämtern erfasst wurden, sind durch die Bombenangriffe auf Berlin und die Wirren der Nachkriegszeit derartige Unterlagen kaum mehr zu finden. Letzte Chance ist eine Anfrage beim Landesarchiv Berlin.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Mende
15 Aug 2021 21:24 #1482070863

Christian

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Hallo Herr Mende,
vielen Dank für Ihre interessanten Ausführungen. Ich bin auf der Suche nach dem Verbleib einer damals 85jährigen Witwe, die von ihrer Wohnung in Berlin-Steglitz Anfang 1945 nach Bayern (?) evakuiert woden sein soll. Ein jüdischer Hintergrund oder eine geistige Behinderung o.ä. sind ausgeschlossen. Wo könnte es dazu Unterlagen geben? Der DRK-Suchdienst wurde bereits vergeblich befragt. Sie war doch aber kein Einzelfall.
Danke und viele Grüße

Zitat Mende: Bereits am 2. Mai 1941 erließ der Reichsminister des Innern eine allgemeine Anordnung zu „Umquartierungen aus Luftschutzgründen“ als vorsorgliche Maßnahme nach dem Prinzip der Freiwilligkeit. Am 19. April 1943 folgte ein Erlass von Goebbels über die Umquartierung wegen Luftgefährdung und Bombenschäden für „nicht kriegswichtige“ Personen, weiterhin auf der Basis der Freiwilligkeit. Am 1. August rief Goebbels diesen Personenkreis auf, die Stadt zu verlassen. Bis Ende September 1943 waren es mehr als 1,1 Millionen Menschen, die Berlin seit Kriegsbeginn verlassen hatten. Jeder, der zur Evakuierung bereit war, musste sich beim Bezirksamt melden. Dort wurde die Entbehrlichkeit für die Kriegswirtschaft und den zivilen Luftschutz geprüft. Bei Bewilligung erhielt man eine Abreisebescheinigung, die zugleich eine Fahrkarte für die Reichsbahn und ein Dokument für die Behörde des Zielorts darstellte. Sofern man nicht bei Verwandten unterkommen konnte, war für Berliner die Mark Brandenburg (ohne die Prignitz), der Warthegau und Ostpreußen, später auch Niederschlesien als Aufnahmegebiet vorgeschrieben. Die NSV (Volkswohlfahrt) betreute die Reisenden während der Fahrt, nahm die Evakuierten in den Zielgebieten in Empfang und vermittelten die Quartiere. Die Kinderlandverschickung vollzog sich unabhängig davon. Im Januar 1945 waren 1.017.337 Berliner als evakuiert registriert.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Mende
24 Apr 2021 08:45 #1482070819

Anonymus

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Eine Evakuierung der Frauenklinik, einschließlich Entbindungsstation, des Polizeikrankenhauses in Berlin Scharmhorststr.13, erfolgte von Ende März 1945 bis Anfang Juli 1945, nach Neubabelsberg in die Villa Mosler in der Karl Marx Str. 28 unter Leitung des Chefs der Frauenklinik und Ärztlichen Direktor Prof.Dr.med. Gustav Döderlein
23 Apr 2021 14:26 #1482070817

Spreeanwohner

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Das Thema Evakuierung interessiert mich als Mitglied einer Interessengemeinschaft Geschichte. In unserem Ortsteil gab es zum Ende des 2. WK eine "Entbindungseinrichtung" für evakuierte Berlinerinnen in einem ehemaligen Gasthaus. Ich habe über einen unserer Interessenten von Leuten gehört, die dort geboren wurden. Eine Einwohnerin, sie lebt seit ca. 1940 dort, berichtete von der Unterbringung einer Schwangeren in ihrem Wohnhaus, das ohnehin schon für die Familie klein genug war. Die einquartierte Wöchnerin schlief dort und wurde tagsüber in dem o.g. Haus betreut. Gibt es eine Übersicht zu solchen "ausgelagerten" bzw. evakuierten Geburtsstationen?
26 Mär 2021 15:32 #1482070797

Anonymus

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Bereits am 2. Mai 1941 erließ der Reichsminister des Innern eine allgemeine Anordnung zu „Umquartierungen aus Luftschutzgründen“ als vorsorgliche Maßnahme nach dem Prinzip der Freiwilligkeit. Am 19. April 1943 folgte ein Erlass von Goebbels über die Umquartierung wegen Luftgefährdung und Bombenschäden für „nicht kriegswichtige“ Personen, weiterhin auf der Basis der Freiwilligkeit. Am 1. August rief Goebbels diesen Personenkreis auf, die Stadt zu verlassen. Bis Ende September 1943 waren es mehr als 1,1 Millionen Menschen, die Berlin seit Kriegsbeginn verlassen hatten. Jeder, der zur Evakuierung bereit war, musste sich beim Bezirksamt melden. Dort wurde die Entbehrlichkeit für die Kriegswirtschaft und den zivilen Luftschutz geprüft. Bei Bewilligung erhielt man eine Abreisebescheinigung, die zugleich eine Fahrkarte für die Reichsbahn und ein Dokument für die Behörde des Zielorts darstellte. Sofern man nicht bei Verwandten unterkommen konnte, war für Berliner die Mark Brandenburg (ohne die Prignitz), der Warthegau und Ostpreußen, später auch Niederschlesien als Aufnahmegebiet vorgeschrieben. Die NSV (Volkswohlfahrt) betreute die Reisenden während der Fahrt, nahm die Evakuierten in den Zielgebieten in Empfang und vermittelten die Quartiere. Die Kinderlandverschickung vollzog sich unabhängig davon. Im Januar 1945 waren 1.017.337 Berliner als evakuiert registriert.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Mende
16 Mär 2021 22:41 #1482070786

Christian

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In den letzten Mitteilungen des Vereins las ich diesen Satz: Am 2.8.1943 wurden in Berlin Kinder und Frauen, die nicht zu Verteidigungsarbeiten eingeteilt waren, aufgefordert, die Stadt zu verlassen.
Meine Frage: Gab es solche Aufforderung später nicht auch für die alten Leute? Zu welchem Zeitpunkt war das und wie wurde es organisiert (sicher nach Bezirken)? Gibt es dazu Übersichten und Recherchemöglichkeiten?
Danke für jeden Hinweis sagt
Christian