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Antwort: Ringverein "Immertreu" und "Muskel-Adolf"

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Themenhistorie von: Ringverein "Immertreu" und "Muskel-Adolf"

Max. Anzeige der letzten 6 Beiträge - (Letzter Beitrag zuerst)
27 Jan 2026 16:10 #1482072402

Detlef Krenz

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Was mir beim Lesen aufgefallen ist, die Ringvereine sind nicht erst in den Zwanziger Jahren "aufgestiegen". Sie waren vor dem Ersten Weltkrieg in der aufblühenden Unterhaltungsbranche Berlins an vielen Stellen involviert und der gesellschaftliche Einfluss dieser Vereine war auf diesen Wege zunehmend erheblich. Der Erste Weltkrieg wurde für diese Vereine zu einer "goldenen Zeit", denn ihre "Agenten" und sonstigen Helfer wurden an allen Orten und Plätzen aktiv, die mit der Versorgung mit Lebensnotwendigen Gütern zu tun hatten. Ich habe im Landesarchiv in vielen Akten diverse Hinweise gefunden, es gab auch eine Spezialeinheit bei der Polizei, die mit den seinerzeit modernsten Mitteln diesen "Agenten" auf den Fersen war. Es ging nicht nur um Lebensmittel, es fehlte an allem und die gut vernetzten Vereine besaßen die notwendige Organisationsstruktur. Die Prostitution wurde im Ersten Weltkrieg zu einem Riesengeschäft und auch der Handel mit Drogen, die in den Lazaretten sehr frei ausgegeben wurden und auch kaum kontrolliert wurde, wohin sie gingen. Es wird oft ein sehr romantisches Bild entworfen was diese Gangsterorganisationen betrifft, aber da war nichts romantisches, es ging um brutales Bussiness, auch wenn die überlieferten Fotos den Eindruck einer Altherrenriege vermitteln mögen. Viele Menschen lebten in den Zwanziger Jahren in bitterster Not und rutschten hierbei in die Kriminalität ab und damit in das Regime der Ringvereine.
22 Jan 2026 21:20 #1482072397

Anonymus

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Was Hans Pollak schreibt ist falsch. Was sie schreiben, passt. Ich habe Akten bei der Polizeihistorischen Sammlung Berlin eingesehen, in denen es einen Observationsbericht der Kripo Berlin gibt, der besagt das Adolf Leib auf einer Beerdigung einer "Sexarbeiterin" Ende der 1950er-Jahre von gesichtet wurde.
08 Mai 2023 20:02 #1482071487

Thomas Gerullis

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Guten Abend, auch wenn das Thema schon uralt ist, aber falls es noch jemanden interessiert: Adolf Leib starb definitiv nicht in einem KZ. Ob er jemals in einem eingesessen hat, weiß ich nicht. Jedenfalls ist seine Geburtsurkunde auf ancestry.de abrufbar. Darin ist ein Randvermerk, daß er am 17.06.1940 in Berlin-Friedrichshain heiratete. Die Heiratsurkunde kann man im Landesarchiv Berlin einsehen, was ich interessehalber getan habe. Darin ist ebenfalls ein Randvermerk. Demnach starb Adolf Leib am 19.08.1967 in Berlin-Lichtenberg.
18 Jul 2011 18:06 #1311005169

Andreas Schmidt

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Also laut dem Buch "Tatort Mulackritze" von Hans Pollak ist "Muskel-Adolf" in einem Konzentrationslager umgekommen.
06 Jul 2011 16:09 #1309961357

Martin Mende

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Adolf Leib ("Muskel-Adolf") wurde am 12. Januar 1900 in Berlin geboren, sein Vater war von Beruf Stellmacher. Nach dem Verbot der Ringvereine wurde Muskel-Adolf Anfang 1934 von der Gestapo verhaftet, sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
Fundstelle: Peter Feraru: Muskel-Adolf & Co. - Die Ringvereine und das organisierte Verbrechen in Berlin
Argon Verlag Berlin 1995, S. 185 und S. 206
04 Jul 2011 19:36 #1309800975

Oscar Delahoya

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Der Prozess fand im Kriminalgericht Moabit statt. Das Gebäude hat den Krieg relativ unbeschadet überstanden und dient heute noch als Gericht.