Simultankirchen
König Friedrich I. ließ 1694 das „Gewissenhafte Glaubensbekenntnis“ verfassen, mit dem er die Verbrüderung der beiden rivalisierenden protestantischen Bekenntnisse, die lutherische und die calvinistische Konfession, anstrebte. Als sogenannte Simultan- oder Unionskirchen entstanden die Deutsche Kirche (Deutscher Dom) auf dem Gendarmenmarkt und später die Jerusalemkirche an der Lindenstraße. Lutheraner und Kalvinisten sollten in e i n e r Kirche ihren Gottesdienst abhalten, um sich einander anzunähern.
Erst mit Daniel Ernst Jablonski(1660-1741, Domprediger) und Philipp Jakob Spener (1635-1705, Prediger an St. Nikolai) fand Friedrich III. Theologen, einen Calvinisten und einen Lutheraner, die den Wunsch der Annäherung beider protestantischer Konfessionen teilten. Spener etablierte eine neue Frömmigkeit in der Mark Brandenburg: den Pietismus. Seine ausgleichende Persönlichkeit wirkte friedensstiftend. Immer mehr angesehene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens bekannten sich im Sinne Speners zu einer aktiven Religionspflege, die letztlich zu diakonischer und missionarischer Tätigkeit führte.
Spener brauchte in seiner Predigt keine Kunst zur Darstellung, er bezog sich direkt auf die Menschen und ihr Handeln. So empfahl er auch den Verzicht auf jegliche Auszierung der Kirchen. Das bedeutete einen großen, einen wesentlichen Schritt der Annäherung zwischen Kalvinisten und Lutheranern, so daß die Ausstattung der Simultankirchen in den folgenden Jahrzehnten ohne Schwierigkeiten hergerichtet werden konnte.
Gerhild H. M. Komander 11/2004
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