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Verein für die Geschichte Berlins, gegr. 1865
Im Haus der Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Neuer Marstall
Schloßplatz 7

D - 10178 Berlin

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Anna-Louisa-Karsch-Straße

Die Straße verbindet die Friedrichsbrücke mit der Rosenstraße und hatte im Laufe der Zeit verschiedene Namen. Von 1778 bis 1951 war sie Teil der Neuen Friedrichstraße, dann bis 1978 Teil der Littenstraße, danach bis 2000 ein Abschnitt der Burgstraße. Seit 2001 trägt sie den Namen Anna-Louisa-Karsch-Straße nach der Volksdichterin der friderizianischen Zeit Anna Louisa Karsch (1722 - 1791), u. a. bekannt durch ihre Hymnen auf Friedrich II. Sie war die erste Frau in Preußen, die eine Scheidung von ihrem alkoholsüchtigen Ehemann durchsetzte. 1761 kam sie nach Berlin. Die „Karschin" wohnte die letzten zwei Jahre vor ihrem Tod in einem von König Friedrich Wilhelm II. geschenkten Haus unweit des Hackeschen Marktes zwischen der Neuen Promenade und dem Zwirngraben.

Flanieren wir von der Spree ostwärts. Der Altbau Nr.1 links ist Teil der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität (siehe Eckhaus Burgstraße 26). Gegenüber mit der Nr. 2 sieht man den Nebeneingang des Spree-Palais am Dom, ein 2002 fertiggestelltes Büro- und Geschäftshaus der DEKA Immobilien auf dem Areal der früheren Börse am Spreeufer. Für die Architektur arbeiteten die Büros Nägele, Hofmann und Tiedemann & Partner zusammen. Der Haupteingang liegt an der Spree. Der Komplex reicht an der Spree bis zur heutigen St. Wolfgang - Straße und beherbergt u. a. die Redaktion Berlin der Illustrierten Stern, den Bertelsmann-Club, die Geschäftsstelle Berlin der Helmholtz-Gemeinschaft und das Fraunhofer-Forum Berlin. Um 1830 waren auf diesem Areal mit den Adressen Neue Friedrichstraße 55 der Gasthof zum Großfürsten Alexander und mit der Nummer 56 das Bankhaus Levy. Das Haus Nummer 56 beherbergte auch die Medaillen-Prägeanstalt D. Loos. Die Familie Loos bestimmte über drei Generationen die Münz- und Medaillenkunst Berlins. Daniel Friedrich Loos (/1735 - 1819) war Hofmedailleur und fertigte auch Medaillen auf eigene Rechnung. Sein jüngerer Sohn Gottfried Bernhard (1774 - 1843) übernahm vom Vater die Medaillenproduktion und überwachte ab 1812 als General-Münzwardein die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften bei der Herstellung von Münzen.

Zurück auf die Nordseite. Nr. 3/5 ein qualitätsvolles neues Wohn- und Geschäftshaus, Nr. 7 ein denkmalgeschütztes vor 1802 errichtetes Gebäude, um 1830 Sitz des Bankhauses Friedländer u. Comp.. Im Erdgeschoss jetzt eine 2005 gegründete Kunstgalerie namens ArtMbassy. Ein Schild weist verheißungsvoll auf die Embassy of Arcadia (Botschaft Arcadiens) hin. Das im Internet aufrufbare Visa -Antragsformular fragt u. a. nach dem Warum des Antrages und zwingt zu der Entscheidung, ob man Ungenügen an der Welt empfindet? Ganz so einfach ist der Weg nach Arkadien wohl doch nicht.

Nr. 9: Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Pfarr- und Schulhaus der einst benachbarten Garnisonkirche wurde ursprünglich vor 1720 als Wohnhaus des Obersten Glasenapp errichtet und sowohl 1784 als auch 1826 jeweils um ein Geschoss erhöht. Über der Tür eine Bronzetafel :" Hier wohnte von 1870 - 1896 der Volksschriftsteller D. Emil Frommel. Hof- und Garnisonprediger *5. Jan. 1828 + 9. Nov. 1896."

Seit September 2009 hat die bekannte Galerie Poll, gegründet 1968 in Charlottenburg, hier ihren Sitz Die Galerie erwarb sich mit ihren Programmschwerpunkten Realismus und Figuration einen herausragenden Ruf in der Berliner Galerielandschaft
Einst folgte in der Straßenflucht nach der schmalen Straße Hinter der Garnisonkirche die Garnisonkirche selbst. Durch die Straße - sie hieß später bis 1973 Frommelstraße - war eine hinter der Garnisonkirche liegende Doppelschule von 1889 erreichbar. Heute führen die Gleise der Straßenbahn über den Ort des ehemals westlichen Bauteils der Garnisonkirche. Jenseits der Straßenbahngleise wird 2010 der architektonisch gelungene Neubau des Hackeschen Quartiers fertig. In den Komplex der bekannten Architekten Thomas Müller und Ivan Reimann ( sie bauten z. B. auch den Neubau des Auswärtigen Amtes) werden u. a. die Konzernzentrale der Berliner Gaswerke (Gasag) und die größte Werbeagentur Berlins Scholz & Friends ziehen.

Martin Mende (Januar 2010)



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Fotos aus dem Forschungsprojekt Berliner Fotografenateliers des 19. Jahrhunderts. Alle Persönlichkeiten waren Mitglieder unseres Vereins. Alle Fotos in der Übersicht.
E. Schnellenbach
E. Schnellenbach
Lehrer und Schriftsteller
Fidicin-Medaille für Verdienste um die Erforschung der Berliner Geschichte